Lieferessen

Anlieferungsessen

Speisen aus dem unsichtbaren Lokal liefern: So arbeitet Deutschlands erstes "Ghost Restaurant" Guru Kollektiv Seit wann gibt es ein eigenes Lokal - von der ersten Vorstellung bis zum Catering der ersten Besucher? Der Dimitrios Gloutarchos sagt: vierwöchig. In Berlin-Kreuzberg brachte Gloutarchos im Januar "Gringo Burritos" mit. "So fanden sie weiter: "Moody Monkey" für Thai-Currys, "Spoony Soups" für Suppe aus dem Becherglas, "Earl's Deli" für Sandwichs und Blattsalate.

Denn die kleine Gastfamilie, die von der Firma Gloutarchos (Foto unten) mit Mitbegründer Paul Gebhardt und dem Kollektiv von Guru Kollektiv in einer ehemaligen Fabrikhalle in einem kreubergischen Hinterhofkaninchenbau erweitert wurde, benötigt nur eine gemeinsame Erstausstattung. Das Guru Kollektiv errichtet Deutschlands erste Hotelkette mit "Geisterrestaurants". Man kann nicht in sie eindringen, weil sie einfach praktisch existieren: auf den Bahnsteigen der Zustelldienste, die den hungernden Stadtbewohnern Lebensmittel nach Hause liefern, wenn sie nicht in der Stimmung sind, durch die Haustür zu gehen.

Als Gastronomin haben Sie diesen Komfort in der Regel nicht", sagt die Firma Panutarchos - und eröffnet jeden Monat neue "Restaurants". In der großen Fertigungsküche wird für jede neue "Marke" eine eigene Abteilung aufgebaut; in Spitzenzeiten stellen bis zu sechs Küchenchefs sicher, dass die Produkte entsprechend den Lieferanforderungen zubereitet werden. In den Gerichten - ob in einen Pfannkuchen gewickelt, auf einen Hamburger gelegt oder als Blattsalat gemischt - sind die Grundbestandteile der Speisen - ob nun immer gleich.

Der Ursprung der Initiative liegt in den USA, wo sich die Ghost Restaurant seit einiger Zeit als Ersatz für die klassische (schnelle) Gastronomie etabliert haben, weil sie sich optimal an die Gegebenheiten des sich entwickelnden Anlieferungszirkus anpass. Seit langem auch in Europa: Das englische Versorgungsunternehmen Deliveryoo hat vor kurzem seine sechste Runde der Finanzierung beendet und 480 Mio. USD inklusive Rabatte gesammelt.

Dann werden sich Gloutarchos und sein Kollektiv schon lange durchsetzen. Werktätige, die keine Lust haben, für ihre kleine Mittagspause im Burger- oder Dönerladen anzuhalten und die die Auswahl an Snacks im Superkaufhaus zu uninteressant finden. Grüne Gurus (wie das Unternehmen anfangs hieß) wollten sich mit frischem Salat und Verpackungen als echte Alternativen durchsetzen. Mittagspause aus dem "Fliegenden Kühlschrank" Der Clou war jedoch, dass das Futter innerhalb einer viertel Stunde nach der Auftragserteilung kostenlos auf dem Schreibtisch liegen sollte.

Wir hatten die Absicht, die Speisen am frühen Morgen vorzubereiten und in E-Rollern, die wir in der ganzen Stadt aufgestellt haben, kühl zu verstauen - den fliegenden Kühlschränken", erläutert er. "Der Chauffeur, der der Anschrift eines Kunden am nahesten war, konnte das Lebensmittel sehr rasch mitnehmen, ersparte sich die Rückfahrt in die Kueche und wickelte so leicht vier bis fünf Auftritte pro Std. ab.

Da die Speisen nicht warm gehalten, sondern nur abgekühlt werden mussten, konnten sie während des Mittagessens mitverkauft werden. Es gab noch ein weiteres Problemfeld, sagt Ploutarchos: "Wir waren verhältnismäßig früh dran, von 100 gelieferten Tellern pro Tag auf 1000 zu kommen, aber wir hatten ständig das Überproduktionsproblem. "Die Entsorgung überschüssiger Lebensmittel wäre nicht nur langfristig kostspielig gewesen, sondern auch von umweltschonenden Käufern, die unter anderem Green Gurus als Hauptzielgruppe haben, sehr schlecht angenommen worden.

versprochen, Speisen in nachhaltiger Verpackung zu servieren - ohne die sonst üblichen Aluminiumschalenkatastrophen. Zu Beginn des Berichtsjahres drehte Green Gurus das ursprüngliche Konzept auf den Prüfstand und bestieg die bestehenden Delivery-Plattformen, um das erste Geisterrestaurant zu erproben. Wie viele Menschen ordern Speisen in einem "Restaurant", das sie noch nie vorher erlebt haben?

"Ploutarchus denkt daran. Überraschenderweise war die Zahl der Antworten so groß, dass die Juroren sich dann in ein Kollektiv eingliederten. So ist beispielsweise aus unserem "Pulled Burger Lab " der "Convoy Burger" erwachsen. "Sieben Geisterrestaurants und vier Labore sind zurzeit in der Zentrale in Kreuzberg tätig. Der E-Scooter, der urspruenglich nur mit den Guru-Salaten geliefert wurde, ist noch im Gebrauch, bringt aber nun auch Hamburger und Borritos mit, sofern er ueber die Handelsplattformen Lieferantenando, Lieferantenheld und die Pizzeria de geordert wird.

Darüber hinaus kooperiert Guru Kollektiv mit Delivery oo, dessen Chauffeure bereits 50 Prozentpunkte aller Lieferungen übernommen haben (auch kostenfrei - Guru Kollektiv nimmt die Versandkosten auf) - aber innerhalb eines stark begrenzten Zustellradius um die beiden Zustellküchen in Kreuzberg und (seit August) in Mitten. Wie viele Speisen Guru Kollektiv zurzeit pro Tag anbietet, offenbaren die Berlinern nicht.

Allerdings ist die Firma selbstbewusst, dass sie immer wieder neue Kundschaft gewinnen kann: "Nach unserer Erkenntnis sind die Kundschaft, die sich auf den Zustellplattformen bewegt, mutig genug, etwas Neuartiges zu versuchen - auch wenn sie den Namen des Restaurants noch nicht kennt. "Andererseits sind die Gäste auch nicht empfindlich, wenn es zu Fehlern kommt oder das Gericht nicht so gut wie erwartet geschmeckt hat - während man seinem bevorzugten Restaurant vielleicht einen schlimmen Tag nachstellt.

In der Startphase des à la carte-Geschäfts lernten wir die Anforderungen des neuen Models auf die Probe: Es gab große Schwankungen in der Qualität, die sich dann in Benutzerkommentaren auf den Bahnsteigen niederschlugen - je nachdem, welcher Angestellte gerade in der Kueche war.

Die Forderung, alles dauerhaft und lieferfähig zu packen, ist gleich geblieben. "Sämtliche Rezepturen sind auf die Auslieferung ausgelegt - sowohl in Bezug auf die Inhaltsstoffe als auch auf die Verpackungen. Mit dem Futter. Im rechten Beutel war, wie sich beim Aus-packen herausstellte, dann aber doch eine bestellte Mahlzeit zu wenig.

Vor allem, da das Speisen aus der Gurus-Küche in der Regel nicht als kulinarisches Vergnügen gilt. Mit einem Burrito für 6,50 EUR (wie gesagt: kostenfrei geliefert), einer Schüssel für 8,50 EUR, einem Hamburger für weniger als 8 EUR und einem Coiffeur für 7 EUR ist das wahrscheinlich nicht zu erahnen. In qualitativer Hinsicht gibt es aber noch viel Raum für Verbesserungen, wenn es um die Lieferung von Speisen aus dem Geisterrestaurant geht.

Der Geschmack der Glaserdnüsse scheint sich bereits im Freefloat im Carry durchgesetzt zu haben; im Burrito und in der Schüssel bedeckt der Geschmack der Sauce den der übrigen Inhaltsstoffe komplett; und der Hamburger ist - wie im klass. Fastfood-Restaurant - nur ein distanzierter Verwandter des wohlschmeckenden Images, das den Orden auslöste. Sie zeigt ein Best-of der Speisen, die sich nach den Ranglisten der Zustellplattformen auch an anderer Stelle gut anfühlen.

Im Mittelpunkt der bisherigen Arbeit von Guru Kollektiv stand offenbar die Verfeinerung des GeschÃ?ftsmodells und nicht in erster Linie von der Begeisterung der Kunden mit innovativen Lebensmitteln. Das mag auch eine der Stärken des Models sein - denn es ist ideal für Fast Eaters, die gegen Versandkosten verstoßen und für ihre Hausbestellung nicht viel mehr bezahlen wollen als in einem Fast Food Restaurant oder einer Fertiggerichte aus dem Superkauf.

Wahrscheinlich sind es auch die Konkurrenten, denen die Geisterrestaurants aus Kreuzberg am häufigsten gefährdet werden - weil ihre Zielgruppe vergleichbar ist. In dieser Hinsicht wird Guru Kollektiv wahrscheinlich am wahrscheinlichsten als Bedrohung für das herkömmliche Snackgeschäft und nicht als Bedrohung für die herkömmliche Nachtlebensgastronomie angesehen. Auf jedendfall sollte Guru Kollektiv in den nächsten Wochen stark expandieren, verkündet Dimitrios Ploutarchos: "Das heurige Jahr war es, an die Grenzen unserer Kapazität zu gehen und ausprobieren. Wie viele Brands wir in der Kueche bis zur vollen Kapazitaet nutzen koennen - auch vom Markt.

"Das bedeutet: Der bereits im Kiew etablierte Burrito-Shop, der auch seine Speisen liefert, stellt sich im Zweifelsfall gegen Guru Kollektiv statt eines Geisterrestaurants mit frischen Kamins. Die dritte Berlin-Auslieferungsküche öffnet im Monat Berlin im dezentralen Friedrichshain, ganz in der NÃ??he der heutigen Zalando-Zentrale. Das ist kein Thema, sagt Ploutarchos: "Ich kann mir sehr gut ausmalen, dass wir selbst mit unseren Brands an den Deliveroo-Standorten tätig werden.

"Denn die Menschen fressen immer frische Wurst. Mit Burgern. Addendum, 12. Januar 2018: Green Gurus hat seine Kundschaft heute darüber aufgeklärt, dass sie nicht mehr selbst bestellen können, sondern dass sie diese ausschliesslich mit bewährten Dienstleistungen beliefern können und sich damit weiter vom Ursprungskonzept entfernen: "Denn einen eigenen Laden zu haben heißt auch, eine eigene Anlieferungslogistik zu haben.

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